Zu Gast unter den Augen Buddhas – Michi Münzbergs Reisebericht aus der Zuschauerperspektive

Gastbeitrag von Julia Wagner

Gegen 19.00 Uhr begann sich am 11. September der Wilthener Ratssaal langsam mit neugierigen Besuchern zu füllen. In einer halben Stunde sollte es losgehen. Viele altbekannte Gesichter waren wieder dabei, zum dritten Teil von „Nepal – unter den Augen Buddhas“ – aber auch genauso viele neue Besucher.

Wer Michi und ihre Vorträge kennt, weiß – nix mit  Zahlen, Daten, Fakten. Ihre Vorträge sind spontan und unberechenbar – genau wie unsere Michi! Eine ganz normale Reise mit Hotel und ein paar Tagesausflügen kommt für sie gar nicht in Frage. Und das ist gut so. Denn so bot sie allen Besuchern auch an diesem Abend wieder einen einzigartigen Einblick in Land und Leute, kulturelle Vielfältigkeit und ein paar der 33 Millionen Götter. Michis Vorträge sind nicht einfach Reisebericht – sie nimmt uns mit auf ihre abenteuerlichen Entdeckungstouren.

Auch in ihrem dritten Vortrag zu Nepal gab es wieder jede Menge neue Informationen für alle Zuhörer und langweilig wurde es ganz sicher nicht. Wie Freunde und die kleine treue Fangemeinde weiß, ist Nepal für Michi nicht mehr nur Urlaubsort, sondern eine zweite Heimat geworden. Seit einigen Jahren vermittelt sie Schulpatenschaften, unterstützt Kinder in einem Waisenhaus, wo sie zeitweise sogar ehrenamtlich arbeitete und hilft, wo auch immer sie kann. Besonders nach dem verheerenden Erdbeben im Mai war sie sofort wieder zur Stelle und organisierte von Deutschland aus Hilfe, die auch ankommt.

Eindrucksvolle Fotos zeigten allen Gästen des Vortrags: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Dank vielen Freunden und Kontakten in Nepal konnten auch einsame Bergdörfer versorgt werden, die praktisch von der Außenwelt abgeschnitten waren. Mit Jeeps, zu Fuß oder sogar mit dem Gleitschirm gelangten die dringend benötigten Hilfsgüter auch in die entlegensten Winkel. Möglich war das alles durch eine unglaubliche Spendenbereitschaft. Unglaubliche 16.000 Euro ergaben die Privatspenden, die Michi ausschließlich in ihre Arbeit steckt. Wo und wie sie hilft kann jeder nachvollziehen – Fotos und Blogeinträge zeigen regelmäßig wo das Geld landet.

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Aber nicht nur die Spenden und Hilfsaktionen waren Inhalt des Vortrags. Vielmehr ging es ihr darum, ihren Gästen Land und Leute näher zu bringen. Dabei mischten sich interessante Anekdoten mit Einblicken in die Kultur. Wer wusste schon, dass das Zunge herausstrecken in Nepal ein Gruß ist? Oder dass es rund 33 Millionen verschiedene Götter gibt, auf die man achten sollte?

Mit ihren Anekdoten begeistert Michi ihr Publikum und sorgt immer wieder für Lacher. Jeder Ausflug entwickelt sich früher oder später zum Abenteuer. Zum Beispiel der  Kauf ihres Motorrollers – vier Stempel von vier Botschaften waren notwendig um überhaupt ein solches Gefährt kaufen zu dürfen. Und wer gedacht hat, die deutsche Bürokratie sei verwirrend, der hat die nepalesische Zulassungsstelle noch nicht gesehen. Berge von Akten – alle handschriftlich mit allen Informationen zu den Fahrzeugen in Kathmandu. Dort das Richtige zu finden, ist fast unmöglich. Aber Michi wäre nicht Michi, wenn sie das nicht irgendwie hinbekommt. Mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden und Bekannten!

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Auch diese stellte sie uns der Reihe nach vor und hatte viele spannende, aber auch lustige Geschichten zu erzählen. Von Babu und seinem Gleitschirm, mit dem er unter anderem Benzin in Bergdörfer transportiert hat. Oder von den Schwalbennestern, die in der Apotheke eines Freundes an der Wand hängen – seit der letzten Renovierung in rosa!

Witzig, lebensecht und spontan berichtet Michi von ihren Erlebnissen. Immer wieder erinnert sie ein Foto an eine besondere Situation, die sie uns unbedingt noch erzählen musste. Und genau das macht jeden Vortrag zu einem so einzigartigen Erlebnis. Jede Geschichte kommt von Herzen und die Verbundenheit zu diesem Land, das inzwischen ihre zweite Heimat geworden ist, ist ihr deutlich anzusehen. Fotos der zerstörten Häuser oder Schulen gehen wohl jedem nahe. Aber die Bilder von Helfern, die Reis oder warme Decken in die Berge bringen, machen deutlich wie schnell auch kleine Einzelspenden den Menschen in Nepal ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Jeder kann sehen, was mit seinem Geld passiert und wie es genutzt wird. Da wundert es nicht, dass auch an diesem Abend wieder einiges an Spendengeldern in den Topf wandert. Ohne jede Bitte oder Aufforderung – aber mit der Gewissheit, dass es wirklich ankommt.

Für ihre neueste Reise, die nur wenige Tage nach dem Vortrag ansteht, hat Michi wieder viele ehrgeizige Ziele: Sie will beim Aufbau einer Schule helfen, die Patenkinder besuchen und Post überbringen und natürlich all die Orte besuchen, wo ihre Spenden zum Einsatz gekommen sind. Wenn man alles so hört, kann man nur hoffen, dass die Götter auch weiterhin ein Auge auf unsere Michi haben und sie im Dezember wieder wohlbehalten nach Wilthen zurückkehrt. Mit noch mehr berührenden Fotos und erheiternden Geschichten für alle Neugierigen im Gepäck.

 

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