Pläne und Wünsche

 

Normalerweise überrasche ich ja die Kinder. Für den heutigen Tag jedoch hatte ich meinen Besuch angekündigt, denn ich wollte sicher gehen, dass auch der Pflegevater im Haus ist. Mit ihm wollte ich besprechen, was am dringendsten gebraucht wird und welche Hilfe notwendig ist. Damit es bei der Verständigung keine Missverständnisse gibt, hat mich mein Freund Tashi begleitet, der wieder mal als Dolmetscher fungiert hat.

Als wir den Aufenthaltsraum betraten, saßen die Kinder wie die Orgelpfeifen auf dem Fußboden und riefen uns ein 19stimmiges „Namaste!“ entgegen. Vor allem die Mädchen hatten sich extra für den Besuch schick gemacht. Sie trugen alle längere Röcke und hatten sich ein Tuch um die Hüften geschlungen, wie es bei den Newars üblich ist. Der traditionelle Lidstrich darf auch bei den Kleinsten nicht fehlen.

Aber lange hielten es die Kinder nicht auf ihren Platz aus. Sie hingen plötzlich wie eine große Traube an mir und überschütteten mich erstmal mit ganz vielen Drückerle und Bussis. Und selbst Tashi, den die Kinder noch nicht kannten, wurde überaus herzlich willkommen geheißen. Wir hatten für alle Gemüse-Pakora und Jelli-Teigkringel mitgebracht. Diese Snacks sind Bestandteil der traditionellen Küche. Dennoch war es für einige Kinder das erste Mal, dass sie dies kosten konnten.

Vom Vater des Hauses wurden Tashi und ich mit einer Blütenkette begrüßt und die Kinder zeichneten uns eine Tika als Segenszeichen auf die Stirn. Und dann begann auch schon das kleine Programm, was die Kinder für uns einstudiert hatten. Selbst die Kleinsten beherrschen schon die Folkloretänze ihrer Heimat und waren sichtlich stolz auf ihr Können. Wenn ich das sehe, geht mir jedes Mal das Herz auf!

Nach dieser Tanz-Show zogen wir uns mit den Pflegeeltern zur Beratung zurück. Was ich dabei allerdings erfuhr, hat mich erschüttert und motiviert zugleich.

Das Kinderhaus wurde vor über zwei Jahren durch die Initiative einer älteren Dame aus Australien gegründet und zusammen mit deren Freunden finanziert. Die Pflegeeltern konnten sich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren. Leider ist kurz darauf die alte Dame verstorben. In ihrem Testament hat sie verfügt, dass der Ertrag aus ihrer Lebensversicherung dem Kinderhaus zu Gute kommen soll. Ihre Tochter hat dies ganz verantwortungsvoll geregelt, so dass das Geld so lang wie möglich reicht. Sie hat natürlich mit dem Freundeskreis versucht, auch danach das Haus noch so gut es geht zu unterstützen. Jedoch steht sie nun alleine da und kann nur noch sporadisch etwas Geld überweisen.

Der Pflegevater hat im Haus schon genug zu tun und übernimmt trotzdem nebenher noch kleinere Jobs, um das Haus über Wasser zu halten. Es braucht nicht viel Fantasie um sich vorstellen zu können, dass dieser arme Kerl am Limit läuft. Während er uns das alles erzählt hat, ratterte es schon wieder in meinem Köppel. Ich habe schon ein paar Ideen, die ich aber noch in Ruhe überdenken und kalkulieren will.

Ein steht aber jetzt schon fest. Ich möchte dem Haus gern zu einem Notstromaggregat verhelfen.

Hier in Nepal wird pro Tag der Strom für 11 Stunden abgeschaltet. Ja, ihr habt richtig gelesen! Verteilt auf zwei Blöcke gibt es von morgens bis nachmittags 7 Stunden und abends 4 Stunden KEINEN Strom. Die meisten Haushalte haben kleine Notstromaggregate oder zünden Kerzen an. Was bisweilen recht romantisch ausschauen kann, ist in solch einem Kinderhaus eine große Gefahr. Zum einen, da Feuer generell nicht in Kinderhand gehört. Zum anderen, da hier ausnahmslos mit Gas gekocht wird und demzufolge auch immer Gasflaschen in der Nähe sind.

Bisher wurde das im Kinderhaus immer mit Taschenlampen geregelt, was aber auf Dauer viel zu teuer und uneffektiv ist. Die Kinder mussten sich beim Hausaufgaben machen immer abwechseln, da nicht so viele Taschenlampen zur Verfügung standen. Und die so nötige Waschmaschine läuft ohne Strom auch nicht. Ich kann mich noch erinnern, als ich damals als Volontär in einem Waisenhaus gearbeitet habe, dass ich mir für mitten in der Nacht den Wecker gestellt habe, um die Maschine zu entleeren und neu zu starten.

Von den bisherigen Spenden habe ich noch ca. 200 Euro freies Budget. Ein Notstromaggregat für ein Haus dieser Größe kostet um die 400-450 Euro.

Was meint ihr, schaffen wir das?

Die Kontonummer für die Spenden findet ihr hier auf der Website rechts oben. DerVerein ‚Eine Welt für alle e.V.‘ leitet eure Spenden ohne Abzüge direkt an mein Projekt weiter und stellt den Spendern eine Spendenbescheinigung aus. Deshalb ist es ganz wichtig, dass ihr als Verwendungszweck ‚Projekt Nepal‘ sowie eure Anschrift angebt.

Ein ganz dickes Dankeschön im Namen der Kinder vorab schon für eure Hilfsbereitschaft!

 

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